Olympische Sportarten: Spiele für die ganze Welt!

Die Olympischen Spiele blicken auf eine jahrtausendealte Tradition zurück. Die Olympischen Spiele unseres Zeitalters knüpfen bekanntermaßen am antiken Vorbild an, bei welchem Athleten und Sportler im griechischen Olympia im sportlichen Wettkampf um Ruhm und Ehre kämpften.

Unsere Olympischen Spiele der Neuzeit tragen den Namen der antiken Sportstätten in Olympia immer noch respektvoll im Namen, auch wenn die Spiele heute in aller Welt zu Gast und große Städte die jeweils stolzen Gastgeber sind. Doch welche Sportarten gehören zu den Olympischen Spielen früher und heute? Welche Wettbewerbe sind olympisch und welche Sportarten gehören zu Olympia? Der folgende Artikel nimmt das traditionsreichste und vielleicht auch wichtigste Sportereignis der Welt unter die Lupe und geht diesen Fragen auf den Grund.

Von ihrem Ursprung, über ihren Neustart in unserer Zeit bis hin zur Aufnahme moderner Sportarten haben die Spiele in ihrer langen Geschichte schon viel erlebt und gesehen. So sind einst auch seltsam anmutende Sportarten als olympisch aufgenommen und später wieder aufgegeben worden. Wusstest Du z.B., dass die Olympischen Spielen 1904 Schauplatz einiger Wettbewerbe im Sackhüpfen waren?

Olympische Spiele sind heute ein kostbarer Teil unserer Kultur als gesamte Menschheit. Das ist nahezu einzigartig in der Geschichte und sich einen Platz auf den Siegerlisten der Olympischen Spiele zu verdienen, ist noch heute auch eine Frage von Ruhm und Ehren.

Schauen wir also genauer hin: Welche Informationen zu den sicherlich prominentesten sportlichen Wettkämpfen unserer Zeit sind wenig bekannt und umso interessanter? Welche Stimmen & Zitate über Olympische Spiele sind erwähnenswert und welche Nachrichten über Olympische Spiele haben für sich Geschichte geschrieben?  Vor allem aber schauen wir, welche Disziplinen und Sportarten heute von Sportlerinnen und Sportlern und von Athletinnen und Athleten bei der Olympiade ausgetragen werden.

Antike Olympische Spiele: Die Sportarten

Wie eingangs erwähnt, haben Olympische Spiele im griechischen Ort Olympia ihren Ursprung. Der Legende zufolge rief der Halbgott Herakles die sportlichen Wettkämpfe ins Leben, um seinen Vater Zeus zu ehren. Bei Letzterem handelt es sich um den ranghöchsten Gott der griechischen Mythologie und Olympische Spiele sollten ihn huldigen.

Wissenschaftler entdeckten historische Siegerlisten, die darauf schließen lassen, dass die ersten Olympischen Spiele bereits im Jahre 776 vor Christus ausgetragen wurden. Allerdings war das Repertoire an sportlichen Disziplinen und Sportarten damals wesentlich überschaubarer als heute. Die allerersten Spiele bestanden vermutlich nur aus einer Art Stadionlauf.

Die Regeln waren einfach und die Spiele natürlich nur für Sportler und Athleten. Sportlerinnen und Athletinnen waren weder bei der Olympiade, noch bei einer anderen Sportveranstaltung erwünscht.

Zurück zu den Wettkämpfen und dem genannten Stadionlauf der Antike: Du denkst jetzt an ein Fußballstadion? Weit gefehlt! Bei einem Stadion handelt es sich um eine Maßeinheit der alten Griechen (umgerechnet etwa 192,28 Meter). Die Sportler hatten also eine bestimmte Wegstrecke möglichst schnell zurückzulegen und der schnellste der Athleten trug den Sieg davon. Zu Ehren der Götter und zum Ruhm der eigenen Stadt waren die siegreichen Athleten gefeierte Helden.

Im Laufe der Zeit wurden die Wettkämpfe der Spiele um weitere Sportarten, anfangs ausschließlich Laufdisziplinen, erweitert. Ab dem Jahre 723 vor Christus kamen weitere Sportarten, wie das Pentathlon, verschiedene Ring- und Faustkämpfe sowie Disziplinen der Leichtathletik hinzu. Das Pentathlon war in der Tat ein antiker Fünfkampf-Wettbewerb, welcher folgende Disziplinen umfasste:

  • Laufen
  • Ringen
  • Speerwerfen
  • Diskuswurf
  • Weitsprung

Pferde waren in der Welt der Antike das wichtigste und einzige Fortbewegungsmittel. Kein Wunder also, dass man ab dem Jahre 680 vor Christus begann auch die Vierbeiner auf sportliche Weise in die Spiele einzubeziehen. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Pferdesportwettbewerbe bei Olympia als olympische Disziplin eingeführt.

Die Teilnahmevoraussetzungen für die ersten Olympischen Spiele waren streng: Teilnehmen durften nur junge (männliche) Athener, die ihre griechische Abstammung nachweisen konnten. Von einem multikulturellen Ereignis, so wie es heute der Fall ist, waren Olympia und seine Spiele seinerzeit noch weit entfernt.

Später wurden die Vorschriften jedoch gelockert, sodass alle Griechen teilnehmen durften, solange sie ehelich geboren und noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren. Frauen waren allerdings noch ausgenommen: Für Sportlerinnen und Athletinnen sollte es noch viele Jahrhunderte bis zur ersten Teilnahme an einer Sportveranstaltung vor Zuschauern oder den Spielen der Neuzeit dauern.

Die Olympischen Spiele erfreuten sich natürlich dennoch schnell sehr großer Beliebtheit, sodass Amateure sich zu ehrgeizigen Berufssportlern der Antike entwickelten. Da die Vorbereitung mit intensiven Kosten verbunden war, wurden die Olympischen Spiele zu einem Ereignis der gehobenen, gut betuchten Gesellschaft. Leider blieben auch Bestechungsversuche nicht aus, wie Überlieferungen nahelegen. Im Jahre 67 nach Christus soll Kaiser Nero durch den Einsatz von Bestechungsgeldern in sechs olympischen Disziplinen gesiegt haben. Dies schmälerte den Wert und den sportlichen Grundgedanken von Olympia.

Als der Glaube an die griechische Götterwelt immer weiter in den Hintergrund rückte und sich das Christentum durchsetzte, wurden die Olympischen Spiele im Jahre 394 schließlich vom christlichen Kaiser Theodosius untersagt.

Die Olympischen Spiele der Neuzeit: Wie alles begann

Die Olympischen Spiele ruhten für einen Zeitraum von fast 1500 Jahren, dennoch gerieten die Spiele nie gänzlich in Vergessenheit. Dass im Jahre 1894 die Wiedereinführung der Olympischen Spiele stattfand, haben wir einem französischen Studenten namens Pierre de Coubertin zu verdanken. Im Rahmen seines Studiums beschäftige er sich mit dem Thema Pädagogik.

Auf einer Studienreise beobachtete er den Sportunterricht englischer Internatsschüler. Im Vordergrund des Unterrichts standen die Förderung von Teamgeist und Ehrgeiz, was Coubertin begeisterte. Anhand der positiven Resonanz der Schüler kam er auf den glorreichen Gedanken, dass Sport die Menschen aller Kulturen und Altersklassen vereinen könne. Sport könnte eine friedliche Sprache unter den Völkern und Nationen sein, die verbindet: Die Olympischen Spiele war nicht nur ein Wettbewerb, sondern eine größere Idee und eine kulturelle Bewegung.

Zur selben Zeit machte der deutsche Archäologe Ernst Curtis eine spannende Entdeckung: Er fand die Überreste der antiken Austragungsstätten der Olympischen Spiele. Als Coubertin davon erfuhr, kämpfte er mit Erfolg darum, eine moderne Neuauflage der Spiele zu ermöglichen. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen der Neuzeit sollte von nun an allen Nationen der Welt offenstehen. Der Sport sollte seine große Bühne von einst zurückbekommen.

Allerdings sollte es noch eine ganze Weile dauern, bis die modernen Spiele ausreichend Bekanntheit erlangen konnten, um international überhaupt beachtet zu werden. Als die ersten neuzeitlichen olympischen Wettkämpfe im April 1896 in Athen durchgeführt wurden, nahmen daher vorwiegend Griechen teil. An eine Olympiade mit Sommerspielen und Winterspielen, einem IOC, Sportlerinnen und Sportlern aus allen Ländern und Millionen von Zuschauern aus aller Welt war nicht mal in den kühnsten Träumen zu denken.

Sportarten der Olympischen Spiele unserer Zeit

Die Zuschauer sollten folgen. Seit dem Jahre 1924 existiert die erwähnte Aufteilung in die Olympischen Sommer- und Winterspiele. Aktuell umfasst das Programm von Olympia 35 Disziplinen, wovon 7 im Winter und 28 im Sommer ausgetragen werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) nimmt hierbei eine Zusammenfassung nach Sportverbänden vor. Unterbleibt diese Zusammenfassung, ergeben sich folgende 15 Wintersportarten sowie 41 Sommerdisziplinen:

Olympische Sportarten Sommer

Sportarten der Olympischen Sommerspiele:

  1. Badminton
  2. Baseball
  3. Basketball
  4. Beachvolleyball
  5. Bogenschießen
  6. Boxen
  7. Cricket
  8. Fechten
  9. Fußball
  10. Gewichtheben
  11. Golf
  12. Handball
  13. Hockey
  14. Jeu de Paume
  15. Judo
  16. Kanusport
  17. Karate
  18. Leichtathletik
  19. Moderner Fünfkampf
  20. Polo
  21. Radsport
  22. Reitsport
  23. Ringen
  24. Rudern
  25. Rugby
  26. Schießen
  27. Schwimmen
  28. Segeln
  29. Skateboard
  30. Sportklettern
  31. Surfen
  32. Taekwondo
  33. Tauziehen
  34. Tennis
  35. Tischtennis
  36. Trampolinturnen
  37. Triathlon
  38. Turnen
  39. Volleyball
  40. Wasserball
  41. Wasserspringen

Olympische-Winter-Sportarten

Sportarten der Olympischen Winterspiele:

  1. Biathlon
  2. Bobsport
  3. Curling
  4. Eishockey
  5. Eiskunstlauf
  6. Eisschnelllauf
  7. Freestyle-Ski
  8. Nordische Kombination
  9. Rodeln
  10. Shorttrack
  11. Skeleton
  12. Skilanglauf
  13. Skispringen
  14. Ski-Ballett
  15. Snowboard

Interessant zu wissen: Wie wird ein Sport olympisch?

Damit eine Sportart als olympische Disziplin aufgenommen werden kann, muss sie mehrere Kriterien erfüllen. Zum einen muss die Sportart weitverbreitet sein und von einem Verband organisiert werden. Es darf sich um keine Sportarten oder Disziplinen handeln, die eines mechanischen Antriebs bedürfen. Sport und Leistung bei Olympia werden also von Menschen und ihren Tieren mithilfe von Sport-Geräten gemacht.

Weiterhin muss der jeweilige Verband sich mit den geltenden Anti-Doping-Regeln einverstanden erklären. Welche Sportarten aufgenommen werden, entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) anhand dieser strengen Regeln. Angebote für Entscheidungen des IOC sind keine Seltenheit. Sport entwickelt sich und jedes Jahr tauchen neue Sportarten, Disziplinen und Ideen auf. Nur wenigen Sportarten wird jedoch die Ehre zuteil, zu den olympischen Disziplinen zählen zu dürfen. Die Spiele bleiben doch etwas Besonderes.

Die Spiele als Ort der Begegnung

Die Olympischen Spiele sind im Jahreskalender der Menschheit angekommen. Die Grundgedanken von Olympia sind der faire sportliche Wettkampf und die friedliche Vereinigung aller Nationen. Coubertin, der Begründer der neuzeitlichen Olympischen Spiele, war sehr darauf bedacht, diese möglichst unpolitisch zu halten. Um dies sicherzustellen, war das Eröffnungszeremoniell sehr strikt geregelt. Der Regierungsvorsitzende des Gastgeberlandes durfte zur Eröffnung der Spiele lediglich einen einzigen Satz sprechen, in welchem er die Gäste willkommen hieß und die Spiele für eröffnet erklärte. Mithilfe dieser Vorschrift unterband Coubertin sämtliche politischen Ansprachen. Noch heute wird dies so gehandhabt.

Die Olympischen Spiele gehören dem Sport und dem friedlichen Wettkampf zwischen Sportlerinnen und Sportlern, Athletinnen und Athleten aus allen teilnehmenden Ländern und Nationen.

Die Olympischen Spiele waren und sind damit ein Ort der Begegnung. Dies wird auch durch das offizielle Symbol der fünf miteinander verbundenen Ringe deutlich, welches ebenfalls aus der Feder von Coubertin stammt. Die fünf Ringe stehen symbolisch für die fünf Kontinente.

Mögen die Spiele (immer wieder) beginnen

Die Olympischen Spiele werden im Rhythmus von vier Jahren durchgeführt. Dies gilt gleichermaßen für die Sommer- und Winterspiele. Pandemiebedingt mussten die Olympischen Spiele im Jahre 2020 bereits einmal verschoben werden. Umso größer war die Freude, dass die Sommerspiele im August 2021 in Tokyo stattfinden konnten

Gastgeber der Olympischen Winterspiele im Februar 2022 wird die chinesische Hauptstadt Peking sein. Zahlreiche Fans und vor allem Athleten blicken dem Ereignis erwartungsvoll entgegen. Gerade in schwierigen Zeiten kann der sportliche Wettkampf die Menschen wieder näher zusammenbringen – trotz des derzeit geltenden Abstandsgebots. Friedlich, fair und unpolitisch: So lautet der Grundsatz der Olympischen Spiele, der bis heute bewahrt wird. Möge die lange Tradition sich noch über weitere Epochen erstrecken.

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