Gegen den Trend: Biermarken mit Umsatzplus

Bier: Das Lieblingsgetränk der Deutschen! Stimmt das immer noch oder stammt das Statement über Bier noch aus älteren Tagen? Richtig ist, dass die Brauereien und Biermarken mit stark rückläufigem Bier-Genuss in Deutschland zu kämpfen haben. Trotzdem gibt es im Ranking der Biermarken und Biersorten auch Gewinner. Wir haben ein paar interessante Informationen und Fakten zusammengetragen, die Lust auf mehr machen. Vielleicht auch auf ein frisches, neues Lieblingsbier, denn so mache, deutsche Biermarke macht mit einer innovativen Auswahl moderner Biere und junger Biersorten einen richtig guten Job.

Wagen wir also einen Blick auf ein kurzes Portrait einer Welt, deren Geschichte 6000 Jahre zurückreicht: Vor 6 Jahrtausenden soll nämlich im vorgeschichtlichen Mesopotamien das erste Bier gebraut worden sein. Seither hat Bier unsere Kultur geprägt und uns Menschen begleitet, wie sonst nur wenige, andere Getränke. Welche Biermarken können sich also gegen den Trend behaupten?

Die kleine Brauerei im Ort oder bekannte Biermarken?

Wer sich umschaut, wird sich über die Zahlen nicht wundern: Tatsächlich fällt auf, dass es so manche, kleine, ortsansässige oder regionale Brauerei leider nicht mehr gibt. Das „Brauerei-Sterben“ ist kein neues Phänomen. Anfangs war die kleiner werdende Anzahl an Bierbrauereien auch nicht in erster Linie dem sinkenden Bier-Konsum geschuldet. Vielmehr waren es aggressive Übernahmen und Verdrängungen großer Konzerne. Kaum ein Name dieser Unternehmen ist einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Vor allem die bekannten Biermarken sind zwar erhalten geblieben, aber im Sommer 2021 stammt jedes vierte, produzierte Bier aus einem einzelnen Konzern: AB InBev.

Der Name sagt Ihnen nichts? Genau das meinten wir mit unserer Ausführung: Die Marken sind bekannt und beliebt und gefragt, doch die Konzerne, die Namen und die Investoren hinter der einzelnen Biermarke kennt kaum noch Jemand. Zum belgischen Brauereien Konzert AB InBev gehören nämlich keine geringeren als die berühmten Marken Budweiser, Stella Artois, Beck’s und Franziskaner. Auch Hasseröder und Löwenbräu gehören zum Konzern. Ist da eine Biermarke dabei, die Ihnen nichts sagt? Wohl kaum!

Die Besitzer der einzelnen Brauereien in aller Welt sind also oft dieselben. So haben die Belgier etwa einen aktuellen Marktanteil von 25,7 % und während die Produkte untereinander offiziell im Wettbewerb stehen, sind die Brauereien Teil eines großen Unternehmenskonglomerats. Auf die Bekanntheit der Dach-Marke muss dabei kein Wert gelegt werden, denn was sich verkauft sind die großen, altbewährten Namen: Jede einzelne Biermarke hat dabei ihre Tradition, was den Wert am Markt ausmacht. Ur-Krostitzer, Berliner Pilsner, Holsten, Heineken, Warsteiner, Bitburger, Krombacher, Kindl, Radeberger, Carlsberg, Veltins und viele weitere Marken mehr sind nicht nur am deutschen Getränke- & Bier-Markt Kult.

Die traditionsreiche, unabhängige Brauerei hinter der Marke an sich gibt es oft in dieser Form schon gar nicht mehr.

Die Biermarke als Artikel: Wenn Bier & Marketing sich die Hand reichen

Die bevorzugte Biermarke fällt interessanterweise gleich mehrfach in die Kategorie „Liebhaberei“. Dabei zählt oft gar nicht der Geschmack oder die objektive Qualität der Biermarken. Ganze Regionen sind mit einem bestimmten Bier verbunden und die Identifikation ist eng. Suche mal auf einem Restaurant-Menü in Köln nach einem Alt oder in Düsseldorf nach einem Kölsch! Bestelle in einem zünftigen Münchner Biergarten mal testweise ein Heineken, ein Bitburger, ein Radeberger, Krombacher oder ein Beck’s.

Du wirst schnell merken, dass Bier mehr sind, als ein einfacher Durstlöscher.

In den allermeisten deutschen Regionen gibt es typische, regional verwurzelte Biere und von Nordrhein-Westfalen bis Sachsen und vom Saarland bis Brandenburg gibt „das Bier“ oder gängige Biermarken. Andere fallen zuweilen unter die Kategorie „No go“ d.h. diese Biere gehören sozusagen in den gegnerischen Fanblock.

Deutschland gehört zu den Ländern, in denen Bier eine traditionsreiche Rolle spielt. Viele Marken sind in Deutschland historisch gewachsen und haben deshalb schon für sich alleine gesehen einen großen Wert. Auf diesen haben es die Getränke-Riesen abgesehen: Sie kaufen nicht nur die Brauerei, sondern vor allem den Ruf, die traditionell geschichtlichen Inhalte, die Bekanntheit und den Marktanteil der jeweiligen Biermarke. Das Bier an sich ist mitunter leider sogar zweitrangig. Die Marketing Aspekte zählen.

Biersorten: Die älteste Nahrungsmittelverordnung der Welt

Die älteste, klar überlieferte Nahrungsmittelverordnung der Welt stammt aus Deutschland. Klar, dass Deutschland von heute gab es im 12 Jhd. noch nicht aber aus dieser Zeit stammen die ersten Reinheitsgebote für Bierbrauer. Welche Inhalte im Bier erlaubt sind und was nicht ins Bier darf, wurde in unterschiedlichen, regionalen Weisungen festgehalten.

Obwohl Bier nachweislich schon seit ca. 13.000 Jahren gebraut wurde, kam durch die Jahrhunderte so gut wie alles in das Gebräu: Von Tollkirsche, über Schlafmohn bis Galle – alles landete in den Rezepturen. Schließlich sollten es nur noch Hopfen, Malz, Hefe und Wasser, sowie einige andere Getreidesorten sein, die ins Bier gehörten.

Aus den Grundzutaten führen dann unterschiedliche Herstellungen und Zutaten zu den verschiedenen Biersorten: Obergärige (Alt, Kölsch) oder untergärige Biere (Pils, Helles), helles oder dunkles Bier, Weizenbier oder Roggenbier und unterschiedlich Biere wie Lager, Leichtbier, Vollbier oder Starkbiere. Auch Regionen haben beliebtem Bier ihren anerkannten Namen gegeben, so wie etwa das Pils aus Pilsen stammt, das Budweiser aus Budweis und auch Berliner Weiße, Kölsch oder Münchner Kindl heute ihren festen Platz im Ranking halten.

Doch wer sind die Gewinner? Laut Statista ist es vor allem alkoholfreies Bier, welches aktuell mehr Kundinnen und Kunden überzeugt und das größte Plus in der Nachfrage aufweist. Während der Bierverbrauch pro Kopf sinkt, stehen die Clausthaler Nachfolger auf Platz 1 im Zuwachs. Prost!

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